Marburger Friedensinitiative " Nein zum Krieg !"


    Termine:
    Nächstes Treffen der Initiative "Nein zum Krieg",
    Jeden 2. Mittwoch im Monat, 18.00 Uhr im DGB Büro, Liebigstr. 21, Marburg.

  • e.-mail: Marburg@dgb.de

    Grundkonsens der Initiative "Nein zum Krieg!"


    Homepage Friedensratschlag Kassel




    Aktuell:
    AFGHANISTAN - Mit deutschen Tornados immer schneller in die Katastrophe?






    US-Boys at work : Who robbed the Iraqi Museums and Human Heritage

    "A Picture is better than Thousand Words"

    To those good Americans and British who believe in their Politicians and Media . - Planned and Organized Robbery by the invaders of the Iraqi Museums that contained a Civilization Heritage back to more than 4000 Years ago. After which the Mobs were allowed into Iraqi Museums to steal and burn what was left for a cover of their crime ..... Three of President Bush's Cultural advisors recently resigned from their post in protesting against destroying Human Heritage

    "Are y still proud of the US & British Mission in Iraq".







    "SPIEGEL"interview:

    "Alles wird geschändet"

    Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy über den Krieg im Irak und den weltweiten Widerstand gegen die amerikanische Hegemonie.



    Auszüge aus:
    Warum Corporate America den Krieg braucht

    Von Michael Schneider

    Die Vereinigten Staaten entwickeln Massenvernichtungswaffen und bereiten sich darauf vor, sie nach Gutdünken einzusetzen. Sie produzieren und exportieren mehr Waffen als der "Rest der Welt" zusammen. Sie haben den Vertrag mit Russland zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen (ABM) und sämtliche internationale Vereinbarungen über biologische und chemische Waffen, auch über das Verbot der Produktion und den Einsatz von Landminen, aufgekündigt. Mit 71 Militärstützpunkten in 22 Ländern der Welt, modernsten Kriegsflotten und Flugzeugträgern auf allen Weltmeeren und dem Aufbau ihres globalen Antiraketenschirms, der sich von Alaska bis über den pazifischen Raum erstrecken wird, sind die USA in der Lage, jeden Staat der Welt anzugreifen, politisch und militärisch zu erpressen und ihren Interessen gefügig zu machen. Wer könnte leugnen, dass sie mit ihrer globalen Militärpräsenz, mit ihren monströsen Waffen-Arsenalen und Massenvernichtungsmitteln eine viel größere und dauerhaftere Bedrohung für den Weltfrieden darstellen, als sie von einer drittklassigen Regionalmacht wie dem Irak jemals ausgehen könnte!

    Nur ein Regimewechsel in Bagdad wird ihnen die definitive Kontrolle über die irakische Ölindustrie verschaffen und damit das Öl, an dem die US-Wirtschaft hängt wie der Süchtige an der Nadel, entscheidend verbilligen. Wie jüngst der Politikwissenschaftler Mohssen Massarrat vorgerechnet hat, dürfte die jährliche Ersparnis der US-Wirtschaft bei ca. 150 Milliarden Dollar pro anno liegen: " Die Wahrscheinlichkeit einer Ölpreissenkung auf 15 Dollar/Barrel wie nach dem Golfkrieg von 1991 ist sehr hoch - die geschätzten Kriegskosten von ca. 200 Mrd. Dollar würden dadurch in Kürze amortisiert.

    Gestützt durch die Militärmacht der USA und das Militärbündnis GUUAM, soll der Silk Road Strategy Act US-Firmen und Finanzinstituten eine riesige geografische Region öffnen. Der erklärte Zweck besteht darin, in einer Region, die sich vom Schwarzen Meer bis an die chinesische Grenze erstreckt, eine von den USA kontrollierte "Freihandelszone" aus acht ehemaligen Sowjetrepubliken zu errichten. Dieser ausgedehnte Korridor würde schließlich die gesamte Region rund um die alte Seidenstraße in einen Flickenteppich amerikanischer Protektorate verwandeln. Dass vor allem die alte, ökonomisch geschwächte Kolonialmacht Großbritannien bei dieser Neuauflage des einstigen "Great Game" im eurasischen Wirtschaftsraum Morgenluft wittert und mit von der Partie sein will, versteht sich von selbst und erklärt wohl zur Genüge die emphatisch gepflegte Waffenbrüderschaft Tony Blairs mit Präsident Bush - auch in der Irakfrage.

    Mit anderen Worten: Auch Amerikas große liberale Tradition steht jetzt auf dem Spiel! Und wenn das andere und anständige Amerika, das Amerika der großen Bürgerrechtsbewegungen, die in den 50er und 60er Jahren fundamentale Rechte für die Schwarzen und Juden erkämpft haben, das Amerika der Pazifisten und Kriegsgegner, die 1975 das Ende des Vietnam-Krieges erzwungen haben, sich nicht gegen diese Entwicklung stemmt, kann es sich schon bald in einem militaristischen Überwachungsstaat wiederfinden. Denn längst liegt der Mehltau des Totalitären über den Vereinigten Staaten.

    "Der geplante Krieg gegen den Irak", sagte der britische Dramatiker Harald Pinter kürzlich in einer Rede an der Universität Turin, "ist nichts anderes als ein rücksichtslos einkalkulierter Massenmord an Zivilisten, um sie, wie es immer wieder heißt, von ihrem Diktator zu befreien. Die Vereinigten Staaten und Großbritannien verfolgen einen Kurs, der zu einer Eskalation der Gewalt in der ganzen Welt und letztlich in der Katastrophe enden wird. (...) Viele Amerikaner sind, wie wir wissen, erschrocken von der Haltung ihrer Regierung, aber eben auch hilflos. So bleibt nur die Hoffnung Europa. Wenn allerdings Europa seine Solidarität, seine Intelligenz und seinen Mut nicht wiederfindet, um sich den USA zu widersetzen, dann fällt auch Europa unter die Definition von Alexander Herzen: ,Wir sind nicht die Ärzte. Wir sind die Krankheit."

    Diese für die ganze Menschheit gefährliche Selbstermächtigung und Hybris der einzigen Supermacht erinnert allerdings fatal an die Präventivkriegsstrategie des "Dritten Reiches" und die europäische Appeasement-Politik von 1938. Seinerzeit, beim Münchner Abkommen 1938, haben Frankreich und Großbritannien, vertreten durch Daladier und Chamberlain, die Tschechoslowakei auf dem Altar ihrer Appeasement-Politik geopfert. Die Folgen sind bekannt. Heute laufen die europäischen Regierungen Gefahr, entgegen dem Votum ihrer Wählerschaft, die in ihrer überwältigenden Mehrheit einen US-Angriffskrieg gegen den Irak ablehnt, das geschundene Volk an Euphrat und Tigris auf dem Altar einer falsch verstandenen Bündnis- und Vasallentreue aufzuopfern. Wenn sie aber den geplanten Völkermord im Irak billigend oder stillschweigend in Kauf nehmen, etwa durch ein "Ja" zu einer möglichen Kriegsresolution im Weltsicherheitsrat, werden sie zu fahrlässigen Duldern und Helfershelfern einer Supermacht, die sich zur Durchsetzung ihrer versteckten Kriegsziele und ihrer globalen Hegemonialpolitik in noch nie da gewesener Weise hochgerüstet hat und mit dem geplanten militärischen Vorgehen gegen den Irak einen Präzedenzfall für das Funktionieren ihrer neuen Weltordnung zu schaffen versucht.